Gesättigte Fette für gesunde Gefäße, wenn…

Fettkonsum und Gefäßkrankheiten

Mehr gesättigte Fette, weniger Schlaganfälle

Das Low-Fat-Dogma als ernährungswissenschaftliches Credo in der Prävention kardiovaskulärer Risiken wankt. Auch die pauschale Verurteilung von Lebensmitteln, die reich an gesättigten Fettsäuren sind, ist nicht mehr haltbar.

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Gesicherte Erkenntnis bis jetzt:

Ein erhöhtes Infarktrisiko durch gesättigte Fettsäuren, ist nicht nachgewiesen.

Mögliche ungünstige Effekte auf den Cholesterinspiegel entfallen, wenn die Kohlenhydrate reduziert werden.

Ein höherer Verzehr gesättigter Fettsäuren geht (v.a. in Japan) mit weniger Schlaganfällen einher.

Anlass dieser Meldung:

Eine große japanische Studie (JPHC-Studie) untersuchte den statistischen Zusammenhang zwischen

der Zufuhr gesättigter Fettsäuren und Herz- und Gefäßerkrankungen (plötzlicher Herztod, Herzinfarkt, diverse Schlaganfallformen).

Studiendesign

Studienart:

prospektive japanische Kohortenstudie mit zwei validierten Ernährungsfragebögen und exakt diagnostizierten Endpunkten, multivariat adjustiert

Probanden:

Kohorte 1: zu Beginn 45–64 Jahre alt, 1995–2009

Kohorte 2: zu Beginn 45–75 Jahre alt, 1998–2007

gesamt: 38.084 Männer, 43.847 Frauen

Studiendauer:

Follow-up i. D. 11,1 Jahre

Quelle:

Yamagishi, K et al.: European Heart Journal

2013; 34: 1225–32

Ergebnisse

Je mehr gesättigte Fettsäuren verzehrt wurden (median 25 g/Tag im höchsten Quintil), desto weniger Schlaganfälle ereigneten sich (RR 0,77, 95 % CI 0,65–0,93). Offenbar sollten mindestens 20 g gesättigte Fettsäuren täglich verzehrt werden. Ein Trend zu mehr Herzinfarkten bei den Männern war nicht signifikant. Zu beachten: In Japan ist der Konsum gesättigter Fettsäuren nur etwa halb so hoch wie in Deutschland (Frauen täglich i. D. 28 g, Männer 39 g).

► Gesättigte Fettsäuren sollten nicht verteufelt, sondern vorurteilsfrei untersucht werden. Im Rahmen einer ausgewogenen Low-Carb-Ernährung wie der LOGI-Methode gehören neben hochwertigen Ölen auch Butter, Kokosfett und Sahne zu den erwünschten Fetten.

USA, 2012: Gründung von “NuSI” (Nutrition Science Initiative), um Ernährungsempfehlungen endlich auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen. Dies tut auch in Deutschland Not!

 

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung des systemed-Verlags

2 Kommentare
  1. Olli
    Olli says:

    Leider sind die Empfehlungen der DGE immer noch allgegenwärtig in den Deutschen Köpfen.
    Allein die Hormone die durch gesättigte Fettsäuren aktiv werden, haben meiner Meinung nach eine wichtige Bedeutung.

    Großes Lob an Andreas, tolle Arbeit und viel Erfolg für die Zukunft.

    Antworten

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