Verwertung von Zuckeralkoholen (Zuckerausstauschstoffen)

Hallo Andreas,

erst einmal ein riesiges Kompliment für Deine Seite und Ernährungstipps.
Mich würde mal ein Bericht über LowCarb Produkte interessieren, die mehrwertige Alkohole als Kohlenhydratquelle nutzen.
Werden diese vom Körper als Kohlenhydrate aufgenommen und was geschieht mit den enthaltenen Kalorien?

Muss man diese in die Kalorienbilanz mit einbeziehen?

Danke und Gruß

Copyright: shutterstock.com

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Wolfgang

 

Hallo Wolfgang!

Vielen Dank für dein Kompliment und natürlich auch deine Anfrage, die ich gern im Folgenden beantworte.

Was sind Zuckeralkohole?

Zuckeralkohole = Zuckeraustauschstoffe wie Maltitol oder Xylitol gehören lebensmittelrechtlich in der Kennzeichnung zu den Kohlenhydraten.

Sie beeinflussen aber kaum den Insulinspiegel und besitzen nur 2,2 kcal pro Gramm. (Zucker hat 4,1 kcal pro Gramm)

Der Körper kann sie bedingt als Energie nutzen. Sie müssen jedoch als Kohlenhydratkalorien angerechnet werden.

Besonders bei den so genannten Low-Carb-Riegeln findet man häufig die Angabe der “Net-Carbs“. “Net Carbs” sind die so genannten Zucker. Je geringer desto besser.

Zum Vergleich die Nährwerte des Low-Carb-Riegels von Inko Active und einem herkömmlichen Schoko-Riegel (zum besseren Vergleich haben wir die Werte für jeweils 100 g Produkt angegeben)

Low-Carb-Riegel (100g)

Kalorien: 344 kcal

Eiweiß: 29,6 g

Kohlenhydrate: 35,2 g

davon Zucker: 2,8 g = Net Carbs – diese KH beeinflussen den Insulinspiegel. In diesem Fall ist die Menge sehr gering.

Fett: 13,8 g

 

Schokoladen-Riegel (100g)

Kalorien: 560 kcal

Eiweiß: 8,8 g

Kohlenhydrate: 53,6 g

davon Zucker: 52,5 g – Beeinflussen den Insulinspiegel. Erleichtern damit den Fettaufbau.

Fett: 34,4 g

 

Was hat nun der Verbraucher davon?

Der Verzehr eines Low-Carb- statt des herkömmlichen Schokoriegels bewirkt weniger Hunger und ermöglicht eine insgesamt geringere Kalorienaufnahme. Weiterhin wird weniger Insulin ausgeschüttet. Je weniger Insulin, desto weniger Fettaufbau. Man spricht dann auch von Lebensmitteln mit niedrigem glykämischen Index.

Dies zu belegen, diente auch die folgende Studie:

Übergewichtige Kinder erhielten Mahlzeiten mit hohem oder niedrigem Glykämischen Index zum Frühstück und Mittagessen. Die Energieaufnahme wurde während des Nachmittags aufgezeichnet. Die Energieaufnahme nach den hochglykämischen Mahlzeiten war um 53 Prozent höher. (Quelle: Ludwig, D. S. et al: „High glycemic index foods, overeating and obesity“, Pediatrics 1999)

Fazit:

Wer also z.B. nachmittags einen herkömmlichen Zucker-Schoko-Riegel isst, nimmt am Abend automatisch mehr Kalorien auf. Auf lange Sicht ist eine Gewichtszunahme die Folge. Insofern sollte hier besser zum Low-Carb-Riegel gegriffen werden. Außerdem hat er auch mehr Eiweiß für Haut, Haare, Muskeln und Fingernägel.

 

 

5 Kommentare
  1. Tom
    Tom says:

    Also kann mein Körper von dem Low Carb Riegel nur die 2,8g Verwenden und Verwerten!?

    Die resttlichen Carbs brauch ich nicht einberechnen in meine kcal Bilanz?

    Antworten
  2. Conny
    Conny says:

    Hallo Andreas, vielen Dank für die Informationen. Ich bin trotz allem ein bisschen verwirrt. Ich ernähre mich zur Zeit Low-Carb und darf 20g Kohlehydrate pro Tag zu mir nehmen. Jetzt lese ich auf Zuckerfreien Zuckerl zwar 14g carbonhydrate per serving aber dann steht da: 0 sugar carbs 0 Impact carbs! for those watching their carbs count Zero grams as sugar alcohols have a minimal Impact on blood sugar. So also wie soll ich das jetzt einrechnen?
    Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mir eine Antwort geben könntest.

    Mit freundlichen Grüßen!
    Conny

    Antworten
    • andy
      andy says:

      Hi Conny, wenn du nur 20 g isst, dann lass die Bonbons weg. Du müsstest sie trotzdem mit 14 g berechnen. Sie haben nur eine geringere Insulinausschüttung. Kalorien und Carbs haben sie trotzdem.

      Antworten

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